Heute und die letzten 20 Jahre von British Day

In diesem Jahr feiert British Flair (ehemals British Day) in Hamburg ein Vierteljahrhundert. Das allein ist Grund genug für einen Jubiläums-Pimms ! Die Veranstaltung liefert weiterhin einen großartigen Einblick in die britische Lebensart – ein Schaufenster für viele typische und traditionelle Höhepunkte: Schottische Hochlandspiele, Gummistiefel Weitwurf, Paddington Bär erzählt den Kindern Geschichten, Straßen-Theater, Pop- und klassische Musik sowie Vorstellungen einiger typischen Sportarten wie Cricket, Rugby und Polo. Natürlich dürfen auch Tiere nicht fehlen: Pferde, Hunde und meist auch Raubvögel. Das von Ian Mardon geführte „Hamburg Festival Orchestra“ gibt unter der Leitung unseres Lieblings-Dirigenten Russel Harris sein Debüt unter dem Sternenhimmel von Klein Flottbek.

20 Jahre British Day – Die Entstehungsgeschichte

1991 –   Im Anglo German Club treffen Peter Rogers und Axel Riecke aufeinander, der British Day wird geboren und findet sein Zuhause auf dem Gelände des Hamburger Polo Clubs. 20 Jahre lang sind diese vier Namen untrennbar mit dem British Day verbunden. Damals mit nur 10 Unterstützerfirmen kommen an einem Samstag Nachmittag im September einige Hundert Besucher zum Polo Club, um sich Cricket, Rugby, Golf und Schottische Tänze anzuschauen, sich im Gummistiefelweitwurf und Darts zu messen, Krocket zu spielen, Dudelsäcken zu lauschen und beim Tee Gurkensandwiches zu genießen.

1992 –   Die Queen ehrt mit ihrem Besuch den British Day und fährt unter großem Jubel winkend in einem Rolls Royce vor dem Club Haus vor. Das Programm wird dank des Anglo German Clubs, um Comedy, Tauziehen, Polo und eine Regiments-Band erweitert. Einen ganzen Tag lang amüsieren sich 1500 Besucher.

1993 –   Zuvor noch am Stand mit Sandwiches, Tee und Kuchen aktiv wird Sue Austin die Organisatorin der Veranstaltung. Es gibt niemanden, der die Quintessenz des British Day besser kennt als Sue. Sie hat ihn mit Herz und Seele gehegt und gepflegt und damit den Grundstein für seinen Erfolg in den folgenden Jahren gelegt. Im dritten Jahr kann zum ersten Mal die großartige Summe von DM 20.000 gespendet werden, sie geht an eine Selbsthilfegruppe von Eltern krebskranker Kinder. Was für ein Erfolg!

1994 –   Die Veranstaltung wird vom Britischen Botschafter Sir Nigel Broomfield und einem Mitglied des Parlaments, Bildungsminister Tim Boswell, eröffnet. Zum ersten Mal treten The Blarney auf und Irische Folkmusik etabliert sich. Eine weitere Sportart wird vorgestellt: unter professioneller Anleitung der Profis von Archery Direct können sich Besucher im Bogenschießen versuchen. Der Renner bei den Kindern wird das Kasperletheater. Ein Besucherzitat fasst die Begeisterung in Worte: „Ich wollte eigentlich nur mal für ein Stündchen vorbeischauen, um zu sagen, dass ich auch da gewesen bin, aber dann bin ich doch den ganzen Tag geblieben. Es gab so viel zu erleben.“

1995 –   Der British Day erweitert erneut sein Programm: Schafe werden bei den Sheepdog Trials von Border Collies gehütet und dirigiert, man kann Tontauben schießen und Colgate stellt einen Heißluftballon bereit. Sue bekommt Unterstützung für die Organisation von Verity Ruecker, erste Vorboten für Veränderungen im nächsten Jahr machen sich bemerkbar. Das Zitat eines deutschen Geschäftsmannes: „Ihr Briten präsentiert Euch so wunderbar und dann gebt ihr das ganze Geld an eine deutsche Wohltätigkeitsorganisation.“ Das hat uns sehr gefreut. In diesem Jahr beteiligen sich schon 52 Firmen und Organisationen.

1996 –   British Day wird zur Fehlbezeichnung, aber es bleibt dabei. Aus einem einzelnen Tag wird ein ganzes Wochenende und dem wird sogar noch ein i-Tüpfelchen aufgesetzt: Das British Day Freiluftkonzert am Samstagabend im Stile der Last Night of the Proms, wie sie in der Royal Albert Hall in London aufgeführt werden, gibt sein Debut. Dirigiert von Robert Stehli und gesponsert von Kalus BMC spielt das Hamburger Mozart-Orchester. Das erste Programmheft wird veröffentlicht, weitere Aktivitäten kommen hinzu: The Grand Theatre of Lemmings sorgt für Lacher und Shire Falconry präsentiert beeindruckende Raubvögel. Ein Hubschrauber des 1st Army Air Corps fasziniert Jung und Alt gleichermaßen.

1997 –   Der Erste Bürgermeister Hamburgs, Dr. Henning Voscherau, eröffnet den British Day und ein paar großgewachsene Schotten fallen dadurch auf, dass sie Baumstämme durch die Gegend werfen; sie nennen es Highland Games und bleiben in den Folgejahren ein fester Bestandteil des Rahmenprogramms. Die Besucherzahlen erreichen beeindruckende 17.000 – einschließlich 3.000 Konzertgängern. Eine neue musikalische Messlatte entstand.

1998 –   Die musikalische Unterhaltung bekommt Unterstützung durch Frühschoppen Jazz und die Oldtimer-Parade erfreut sich großer Beliebtheit. Die PIMM’s Bar eröffnet, Barkeeper Bob ist und bleibt ein fester Bestandteil an diesem Tresen. Im Geiste von Cool Britannia wird der angesagte Londoner Club The Ministry of Sound zum British Day eingeladen und begeistert ungefähr 1000 Partygänger am Freitagabend. Aufgrund des großen Erfolgs werden wir gebeten, einen Organisator in Düsseldorf dabei zu unterstützen, den British Day & Country Fair in Burg Linn in Krefeld auf die Beine zu stellen.

1999 –  BAT übernimmt die Finanzierung des Konzerts mit der Bitte, ein englisches Orchester zu engagieren. Die Ära der City of London Sinfonia beginnt, gemeinsam mit der englischen Solistin Deborah Hawksley und dem Monteverdi-Chor Hamburg. Nicolae Moldoveanu dirigiert die Musiker zum ersten, aber bei weitem nicht zum letzten Mal. Der British Day entwickelt Kultstatus und hat sich fest im Hamburger Veranstaltungskalender etabliert.

2000 –   Zur Feier unseres 10. Geburtstages werden die ReBeatles eingeladen, eine Tribute-Band, die das 40jährige Jubiläum des Beatles-Auftritt auf der Reeperbahn zelebriert. Jack Russels und Shire Horses treten zum ersten Mal auf und es gibt eine tierische Überraschung: echte Gorillas tollen übers Gelände. Oder sind es vielleicht doch keine echten? Man ist sich nicht ganz einig. Fast 100 Firmen und Vereine tragen dazu bei, dass 19.000 Besucher fröhlich auf dem Pologelände einen Hauch von Insel erleben können.

2001 –   Paddington Bear kommt zu Besuch und bleibt als Liebling der Kinder dabei. Vorführungen eines Kochs aus dem Vereinigten Königreich und Lacrosse erweitern erneut das Programm. Wir erleben unser bis jetzt finanziell erfolgreichstes Jahr, da kann man mal sehen, wie sehr die britische Küche unterschätzt wird.

2002 –   Standesgemäß feiern wir das Jubiläum der Queen mit der Ausstellung einer Nachbildung der Kronjuwelen, fachmännisch bewacht von Colin Smith, einem original-königlichen Leibgardisten in vollem Ornat. Casablanca Steps haben ihre Prämiere und zum ersten Mal führt The Hawk Master die Kunst der Falknerei von einem Pferderücken aus vor.

2003 –   Es ist das Jahr der Möwen: wo eben noch ein Polofeld war, weicht der Rasen einer durch Dauerregen wachsenden Mini-Alster und verwirrt somit die Orientierung der Vögel. Von solchen Widrigkeiten lassen sich die Standbetreiber angeführt von Sue Austin aber natürlich nicht unterkriegen und bauen unerschütterlich die Stände auf. Ihre zähe Einstellung wird belohnt: zur Eröffnung am Samstagmorgen kommt die Sonne wieder durch und auch der Rasen erholt sich. Wieder einmal irrt sich der Wetterbericht im Hamburger Abendblatt – glücklicherweise.

2004 –   Ein Klassiker wird neu aufgelegt: Dinner for One wird live aufgeführt. Miss Sophie (Ursula Schmidt) und James (Mark Lyndon) bringen die Silvestertradition in den August und die Hamburger zum Lachen. Sue gelingt ein Staatsstreich: die Ausstellung und Versteigerung eines von Prinz Charles erstellten Aquarells im Namen von Sotheby.

2005 –   Der British Day wächst weiter: Familie Winter, bestehend aus langjährig aktiven Polospielern, präsentiert, wie sie für die besondere Variante des Sportes, dessen aktiver Weltmeister sie sind, trainieren: dem vorwiegend in Asien gespielten Elephanten-Polo. Leider kann Hagenbeck keine Elephanten zur Verfügung stellen, aber Land Rover hilft aus und die Winter-Brüder bieten einen beeindruckenden Einblick in die Welt der ungewöhnlich langen Polo-Sticks. Es ist das letzte Jahr von Standbetreiber Kati-of-Sky, dessen enormes Engagement für den British Day nicht unerwähnt bleiben darf. Ebenso gehen gute Wünsche für den Ruhestand an Wolfgang und Marion. Der Tag der offenen Tür in Finkenwerder bei Airbus sowie der Rundflug des brandneuen A 380 beeinträchtigen die Zufahrten zum Poloplatz – mehrere Polizisten stritten vor unseren Augen um die Einbahnstraßen Regelung der Jenischstraße.

2006 –   Regenwolken halten die PwC Skydivers nicht von ihrem ersten Sprung ab, auch Beate Pitschmann, die Gewinnerin eines Tandemsprungs, trotzt der Witterung. Fell Ponies, eine alte britische Ponyrasse, werden vom Rimmersgard Fell Pony Gestüt vorgestellt. Und es hört am Sonntag einfach nicht auf zu regnen.

2007 –   Es regnet erneut, und obwohl wir den deutschen Weltmeister im Kutschenfahren eingeladen hatten, um zu zeigen, womit sich Prinz Philip in seiner Freizeit beschäftigt, können wir somit nur eine stationäre Vorführung bieten. Das Reiten im Damensattel hingegen findet statt und bleibt auch in den Folgejahren dabei. Leider können zum ersten Mal seit 1992 keine schwarzen Zahlen geschrieben werden, aber zum Glück hat der British Day loyale Freunde und Unterstützer, mit deren Hilfe wir überleben können.

2008 –   Nach (zwei Jahren) Regen folgt Sonne: wir erleben unser erfolgreichstes Jahr überhaupt! Morgan Cars stellt Autos aus und es gibt einen Morgan Roadster zu gewinnen, ebenso wie einen Tandem-Fallschirmspring und eine Fahrt in einem Heißluftballon mit Bertie Basset. Das Konzert bekommt einen neuen Sponsor: Ter Hell & Co. – Russel Harris bringt die Philharmonie Südwestfalen nach Hamburg. Wir erleben ein prächtiges Konzert bei Kerzenschein.

2009 –   GFS Global Financial Solutions wird der neue Sponsor des Open Air Konzertes und das NDR Sinfonieorchester wird zum ersten Mal freudig begrüßt, ebenso wie alte Bekannte: Dirigent Nicolae Moldoveanu und die Opera Interludes Solisten aus London. THCC Rot-Gelb bringt mit einem Cricket 20Twenty Wettbewerb eine weitere Neuigkeit auf den Platz und dank Georg Mecke unterstützt Airbus die Veranstaltung mit einer Spende. Mittlerweile nehmen 130 Firmen und Vereine teil.

2010 –   Unser 20jähriges Jubiläum kommt mit dem bislang umfangreichsten Programm daher. Die Casablanca Steps sind zurück, The Theatre of Lemmings, Russel Harris, Hütehund und Schafe zeigen ihr Können, Pferde, Vögel, Paddington Bear, Highland Games, ein MINI-Rock-Rennen, Rugby, Cricket, Gummistiefelweitwurf, Darts, Krocket, Golf, Polo, Dudelsackspieler, Folk Music, Whisky Verkostung, Glücksrad, Dinner for One, schottische Tänzer, die Solisten der Opera Interludes, Minis, Morgans und Oldtimers, Tombola und zum ersten Mal Junior-Rugby. In diesem Jahr begeht das Hotel Baslerhof das 10jährige Jubiläum mit seinem vorzüglichen Tee-Zelt, dem besten Ort, um sich zu erholen und The British Way of Life zu genießen.

 

Über die Jahre durften wir die großartige Unterstützung folgender Firmen und Vereine erleben: The Anglo German Club, British American Tobacco, PricewaterhouseCoopers, Trebor Bassetts und Cadbury Schweppes. Seit kurzem dabei sind: Direct Line, Ter Hell & Co., GFS Global Financial Solutions und MINI Elbvororte. In der Vergangenheit waren viele weitere dabei, die maßgeblich dazu beitrugen, dass der British Day zu dem werden konnte, was er heute ist: Barclaycard, Shell, BP, Hamburger Sparkasse, KPMG, Jaguar Haus Pfohe, Landhaus Flottbek, Landhaus Treudelberg und andere.

Aussteller, die nahezu von Beginn an dabei waren: Britain Travel, British Airways, Confiserie Paulsen, DFDS, Dubarry of Ireland, Firma Krumpf, The English Bookshop, Guinness, La Creperie, Otto Benz & Partner, Sandy’s, Stena Line und Terra Australia. Unser ganz besonderer Dank gilt ihrer Loyalität!